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Kinderbetreuung Bad Oldesoe und Umgebung

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Ju
Hilfe mein Kind ist "schnucksch"
06.07.2014 12:45

Das Essverhalten der Kinder macht vielen Eltern Sorgen. Wenn Kinder immer auf ihre Lieblingsspeise bestehen und es tägliche Diskussionen deswegen gibt, sind viele Eltern hilflos und überfordert.

 

Das Essverhalten der Kinder prägt sich bereits im Mutterleib. Über die Nabelschnur wird das Kind mit den Lebensmitteln versorgt, die die Mutter zu sich nimmt.

Nach der Geburt geht die Entwicklung des Essverhaltens über die Muttermilch oder die Säuglingsnahrung weiter.

Wird gestillt, bekommt das Kind ein größeres Angebot an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, da die Muttermilch sich anpasst und immer wieder ändert. Wird nicht gestillt, ist das unterschiedliche Geschmacksangebot sehr eingeschränkt, da die industrielle Fertigmilch immer gleich schmeckt.

 

Säuglinge und Kleinkinder reagieren unter Umständen sehr zögerlich und ablehnend auf neue Nahrungsmittel. Dies ist ein normaler Vorgang, da Kinder an bekannten Dingen festhalten und neue Dinge anfänglich ablehnen.

 

Es gibt eine Reihe von evolutionsbiologischen Programmen, die das Essverhalten lenken und beeinflussen.

Zum einen besteht der sogenannte „mere exposure effect“: Dies ist das gewohnheitsbildende Hineinschmecken in neue Geschmacksrichtungen. Wird eine neue Geschmacksrichtung mit Ruhe und Geduld regelmäßig angeboten, auch bei Ablehnung, kann sich daraus eine Präferenz = Vorliebe entwickeln.

 

Demgegenüber steht die „ spezielle – sensorische Sättigung“. Hierbei führt eine ständige Wiederholung gleicher Geschmacksrichtungen oder gleicher Nahrung zu einer Abschwächung der Geschmacksempfindung.

 

Zusammengefasst heißt das: Um ein Kind an neue Lebensmittel oder Geschmacksrichtungen zu gewöhnen, müssen diese in regelmäßigen Abständen angeboten werden – aber nicht zu oft! Hierbei sind mind. acht Wiederholungen nötig, um von dem Kind akzeptiert zu werden.

 

Hat ihr Kind nun eine Lieblingsspeise, die es per tu einfordert, können sie sich die „spezielle – sensorische Sättigung“ zu nutze machen und ihrem Kind seine Leibspeise sehr regelmäßig und häufig anbieten. Auf kurz oder lang wird dieser Effekt seine Wirkung zeigen und ihr Kind seine Leibspeise von alleine ablehnen.

Machen sie sich keine Sorgen, wegen einer eventuellen einseitigen Ernährung! Manchmal ist es besser, diesen Effekt der natürlichen „Ablehnung“ einer Leibspeise eintreten zu lassen, anstatt ihn aus Sorge wegen einer Mangelernährung zu unterbrechen.

 

Dieser Effekt der „speziellen – sensorischen Sättigung“ tritt allerdings auch bei dem Thema „Nachtisch“ ein. Ein Nachschlag des Mittagessens passt nicht mehr, da das Sättigungsgefühl bereits eingesetzt hat. Da der Nachtisch aber eine andere Geschmackskomponente besitzt, passt dieser immer noch. Somit werden allerdings mehr Kalorien aufgenommen, als nötig.

Nahrung für das Gehirn

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